Vera


Wie verändert Corona die Choreographie des Alltags?



Wie hat sich deine alltägliche Struktur verändert?

Fast gar nicht, ich verlasse das Haus extrem selten, nach wie vor. Allein die Abholung der Pakete meines Onlineshops durch DHL ist seit Corona anders geworden. Vorher kamen die jeweiligen Leutchen ins Haus und scannten dort die Pakete ein. Seit März legen wir die Paketen draußen vor die Haustür und bekommen niemanden mehr zu sehen. Es ist nur ein ganz kleines bisschen schade, hauptsächlich sind wir seitdem ungebundener, können auch mal weg, weil niemand mehr erwartet, uns anzutreffen.


Wie haben sich Corona und die damit einhergehenden Veränderungen auf deine Körperlichkeit ausgewirkt?

Hmm... ich fürchte, aus oben genannten Gründen gar nicht. Um uns herum haben sich alle seit März quasi verdoppelt (Gewicht), mich betrifft das glücklicherweise nicht ;)


Bewegst du dich durch Corona anders durch den Alltag? Wenn ja, wie?

Nur beim Einkaufen, Maske und Desinfektionsmittel mitnehmen, immer schauen, dann ich niemandem auf die Pelle rücke und umgekehrt und sowieso noch seltener einkaufen.


Was beobachtest du bei anderen Menschen an Bewegungsveränderungen oder Veränderungen in der Körperlichkeit?

In der Nachbarschaft sind alle richtig gut sichtbar dick geworden. Sie futtern bis in die Nacht hinein, weil sie nicht weggehen, der Kinder und Großeltern wegen. So erklären sie es, ich versteh' s ehrlich gesagt nicht wirklich.


Was fehlt dir körperlich durch Corona?

Nichts.


Welche körperlichen Aktivitäten oder Handlungen, die seit Corona aus dem Alltag verschwunden sind, fehlen dir überhaupt nicht?

Ob ich die Frage richtig verstehe? Überhaupt nicht fehlt mir, dass es außerhalb von zuhause zu irgendwelchen Berührungen kommt.


Fühlst du dich seit Ausbruch von Corona anderen Menschen näher oder ferner?

Ferner. Am Beginn von Corona, als wir schon die ersten Vorsichtsmaßnahmen beherzigten, in der Nachbarschaft aber sonst niemand, gabs unschöne Begebenheiten deswegen. Man könnte sagen, ich wurde 3 Monate lang gemobbt, weil ich im März im Supermarkt dem Nachbarn nicht die Hand gegeben hatte. Meine Erklärung änderte an der Verärgerung auch nichts und im Anschluss wollte hier niemand mehr was mit mir zu tun haben. Das ist nun vorbei, man redet wieder mit mir. Ich bin aber nicht wieder aus meinem Schneckenhaus zurückgekrochen und beobachte die Diskrepanz zwischen dem, was die Leute hier sagen und dem, was sie tun, im Hinblick auf Corona. Mein Fazit: besser den Abstand weiter vergrößern.


Wann nimmst du andere Körper im Alltag als Bedrohung war?

Bei den seltenen Einkäufen, wenn Menschen ganz offensichtlich unvorsichtig sind, entweder MNS nicht oder nicht richtig tragen oder mir auf die Pelle rücken. Das ist aber besser geworden, mehr Leute sind jetzt selber vorsichtig


Wann nimmst du deinen eigenen Körper als Bedrohung für andere wahr?

Eigentlich nie, denn ich lebe quasi fast immer in Quarantäne. Wenn ich alle 2 Wochen das Haus verlasse, kann ich mir sicher sein, niemanden anstecken zu können. Trotzdem trage ich natürlich MNS und desinfiziere fleißig und halte absolut Abstand, so dass ich selber weniger gefährdet bin und auch andere meinetwegen kein schlechtes Gefühl haben müssen.


Welche Elementaren Gewohnheiten haben sich für dich verändert und wie musst du umdenken?

Außer, dass ich alle 2 Wochen ein paar neue Gewohnheiten beim Einkaufen habe, MNS etc., keine.


Was hat sich zwischenmenschlich/körperlich verändert?

Noch mehr Abstand, für mich aber sicherlich einfacher, als für viele andere.


Was hat sich für dich zwischenmenschlich/körperlich positiv verändert?

Ich komm mir ja bald selber blöd vor... aber ich wüsste nichts, außer, dass gewisse Unterlassungen jetzt ok sind, wie nicht jedem die Hand geben müssen z.B.