Ursula


Wie verändert Corona die Choreographie des Alltags? 



Ich gehöre zu den wenigen Menschen für die sich fast gar nichts verändert hat. Ich gehe fast nicht raus, ich habe zu max. 3 Menschen Kontakt. Für sie hat sich verändert, dass sie wegen mir vorsichtiger sind, als sie es wohl sonst wären. Für mich hat sich verändert, dass ich von mir aus Kontakte zu Freund*innen, die in der halben Welt verteilt sind, mehr pflege. Ich übe mich darin innerlich Kontakt aufzunehmen. Ab und an schreiben mir auch Menschen aus Berlin, die mich fragen ob ich Hilfe brauche. Das berührt mich sehr. Die wenigen Umarmungen mit meinen liebsten Freund*innen fehlen mir sehr. Manchmal entsteht eine richtige Spannung im Körper. Ich versuche täglich 1/2 Stunde Yoga zu machen, das gelingt mir aber nicht immer. Ich nehme andere Körper nicht als Bedrohung wahr, denn wenn der Paketbote kommt, bitte ich ihn das Päckchen vor der Tür abzulegen. Wenn das nicht geht, gehe ich mit Maske in Abstand.