Ilse, 85 und Gerhard, 90


Wie verändert Corona die Choreographie des Alltags? 



Wie hat sich deine alltägliche Struktur verändert?

Die Einsamkeit ist größer geworden.


Wie haben sich Corona und die damit einhergehenden Veränderungen auf deine Körperlichkeit ausgewirkt?

Die Psyche ist am stärksten belastet. Das wirkt sich auf die latent vorhandene Depression aus.  Sie ist stärker geworden.


Bewegst du dich durch Corona anders durch den Alltag? Wenn ja, wie?

Müder, langsamer und antriebsarmer.


Was beobachtest du bei anderen Menschen an Bewegungsveränderungen oder Veränderungen in der Körperlichkeit?

Nicht zu beantworten, da wir nur zu Hause sind und wenig Kontakt haben. 


Was fehlt dir körperlich durch Corona?

Der  normale Alltag,wie Einkaufen, unbeschwert Ausgehen. Die ganze Familie wieder zu sehen.


Welche körperlichen Aktivitäten oder Handlungen, die seit Corona aus dem Alltag verschwunden sind, fehlen dir überhaupt nicht?

Keine, wir hätten es gerne wieder normal.


Fühlst du dich seit Ausbruch von Corona anderen Menschen näher oder ferner?

Ferner, die Ansteckungsgefahr ist zu groß.


Wann nimmst du andere Körper im Alltag als Bedrohung wahr?

Wenn sie sich nicht an die Coronavorschriften halten. 


Wann nimmst du deinen eigenen Körper als Bedrohung für andere wahr?

Wenn ein Coronatest positiv wär, sonst nicht. 


Welche elementaren Gewohnheiten haben sich für dich verändert und wie musst du umdenken?

Das Einkaufen, man muss immer voraus denken und planen. Konzerte und Theater z.B. kann man nur im Fernsehen sehen und hören, es fehlt die dazugehörige Atmosphäre. Ebenso der Kauf jeder anderen Sache,         man muss alles im Internet bestellen. Kleidung z.B. würden wir lieber anprobieren.


Was hat sich zwischenmenschlich/körperlich verändert?

Die Hilfsbereitschaft ist größer geworden. Die Einsamkeit ist so schon groß. Man wird halt nervöser und manchmal auch ungerechter.  


Was hat sich für dich zwischenmenschlich/körperlich positiv verändert?

Auch die Hilfsbereitschaft. Die Menschen kümmern sich mehr untereinander.