Eva Maria, 58 - Industriekauffrau


Wie verändert Corona die Choreographie des Alltags?



Ich beantworte die Fragen sehr gerne. Mein Alltag hat sich durch Corona sehr verändert. Beruflich hatten wir vier Monate Kurzarbeit und danach eine Zeit im Homeoffice. Jetzt fangen wir wieder langsam an, aber die Angst vor Corona ist immer da. Ich bin Mitglied im Sportverein und selbst da haben wir Monate gar nichts gemacht und jetzt alles nur mit Maske und Abstand. Man kann niemanden mehr in den Arm nehmen und trösten. Selbst bei Kummer des anderen muss ich Abstand halten. Mir fehlt die Gemeinschaft mit anderen und das Unbeschwertsein. Mal ganz spontan Dinge machen mit anderen die Freude machen. Ich finde die Nähe anderer Menschen die ich nicht kenne im Moment bedrohend und es nervt mich beim Einkaufen wenn mir jemand im Gang begegnet und mir zu nahe kommt. Es tut weh auf Beerdigungen niemanden mehr richtig trösten zu können und umarmen. Ich werde aggressiver und ich merke das mir die Gemeinschaft fehlt.